uCyt+

uCyt+

Test zum frühzeitigen Nachweis des Blasenkarzinom-Rezidivs

In den USA wird unser Produkt nur unter dem Namen ImmunoCyt mit der Indikation für die Überwachung von Blasentumoren unter FDA-Freigabe in Verbindung mit Harn-Zytologie und -Zytoskopie vertrieben. Bitte beachten Sie diese Information beim Lesen des folgenden Textes.

ImmunoCyt™/uCyt+™ ist ein innovativer Test auf der Grundlage einer patentierten Kombination aus drei Antikörpern. Diese Antikörper sind mit einem fluoreszierenden Marker versehen und binden sich an zwei Antigene: einem Muzin-Glycoprotein sowie einen karinoembryonalen Antigen (CEA), das von allen Tumorzellen in der Harnblase gebildet wird.

Dadurch werden alle Zellen, die Tumor-Antigene produzieren unter dem Fluoreszenzmikroskop sichtbar.


Das ImmunoCyt™/uCyt+™ Set ist in einem 50-Stück Set verfügbar.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte.


Neuigkeiten in der Markerdiagnostik von Harnblasenkarzinomen

Antwort der Wissenschaft auf Fragen des Klinikers


Eine Vielzahl neuer Testverfahren zur Diagnostik von Harnblasentumoren sind in den letzten Jahrzehnten entwickelt worden und inzwischen kommerziell verfügbar. Eines der modernsten nicht-invasiven Testverfahren ist der uCyt+ Test (1). Der uCyt+ Test basiert auf dem fluoreszenzmikroskopischen Nachweis tumorassozierter Antigene auf der Membran von Urothelzellen. Damit wird die Empfindlichkeit der konventionellen Urinzytologie nachhaltig verbessert.

Zum uCyt+ Test haben sich in den letzten Monate eine Reihe von wichtigen Neuigkeiten ergeben:

Leitlinien

In der Auflage der EAU-Leitlinie „Nicht-muskelinvasive Harnblasentumore” von 2011 hat die Leitliniengruppe erstmals dezidiert Testverfahren benannt, denen sie aktuell das größte Potential in der Diagnose von Blasentumoren zubilligt [1]:

• Three tests are particularly promising: NMP22, UroVysion, and uCyt+

Zusätzlich wird, ebenfalls erstmalig, eine Indikation zum Einsatz von Urinmarkern aufgeführt:

• Voided urine cytology or urinary markers are advocated to predict high grade tumour before TUR (C).

Die ausgesprochene Empfehlung ist zwar als Grad C-Empfehlung nicht stark gewichtet, ist aber insofern wegweisend, als dass erstmals in einer Leitlinie eine Empfehlung zum Einsatz von Urinmarkern ausgesprochen wird.

Ebenfalls neu bearbeitet, und auf dem EAU-Kongress 2011 in Wien vorgestellt, wurden die Leitlinien der International Consultation on Urological Diseases (ICUD)-Gruppe zum Thema Urotheltumoren. Die ICUD Empfehlungen sind deswegen von besonderem Interesse, da zum Thema „Molekulare Marker” eine eigene Gruppe internationaler Experten eingesetzt wurde [2]. Bemerkenswert ist die Bewertung kommerziell erhältlicher Tests, die z.Tl. selber erstellt, z.Tl. aus Metaanalysen übernommen wurde.

Dabei zeigte sich, bei einer Bewertung von insgesamt 19 Studien eine ausgezeichnete Sensitivität des uCyt+ Assays, insbesondere in der Diagnostik von low grade Tumoren, die den überwiegenden Anteil aller Urotheltumore stellen (Tab. 1).


Tabelle 1: Sensitivität kommerzieller Urinmarker bei Urotheltumoren in Abhängigkeit vom Malignitätsgrad

Hämaturie-Abklärung

Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurden 1.182 Patienten mit einer neu aufgetretenen asymptomatischen Hämaturie einer urologischen Abklärung inklusive Endoskopie, Bildgebung des oberen Harntraktes und einer Urindiagnostik mittels Zytologie und uCyt+-Untersuchung zugeführt [5]. Dabei zeigte sich, dass ein positiver uCyt+-Test, nach der Endoskopie, die wichtigste Untersuchung zur Vorhersage eines zugrunde liegenden Urotheltumors war.

Mit Hilfe eines auf dieser Grundlage ausgearbeiteten Nomogramms könnte es künftig möglich sein, bei Patienten mit asymptomatischer Hämaturie das Risiko einer Urothelkarzinoms abzuschätzen und ggfs. auf eine invasive Diagnostik zu verzichten (Abb. 2).


Abb. 2: Risikokalkulator zur Vorhersage eines Urothelkarzinoms bei Patienten mit asymptomatischer Hämaturie

Screening

Während ein Populationsscreening auf das Vorliegen vor Urotheltumoren keine Akzeptanz hat, stellt das Screening von Risikogruppen einen interessanten und neuen Ansatz dar. Dabei sind sowohl eine hohe Sensitivität als auch eine sehr hohe Spezifität des genutzten Testverfahrens erforderlich, um einerseits keine Tumore zu übersehen, aber andererseits auch unnötige Untersuchungen vermeiden zu können.

Derzeit läuft eine prospektive Screening-Untersuchung an über 9000 Aluminium-Arbeitern auf Grundlage des uCyt+-Tests. Erste Ergebnisse werden für dieses Jahr erwartet.

Qualitätskontrolle

Gerade für Zell-basierte Testverfahren sind eine große Erfahrung, aber auch eine ständige Qualitätskontrolle, unabdingbar. Im Rahmen einer entsprechenden Qualitätsinitiative hat der Hersteller des uCyt+-Tests, die Firma Scimedx, vor wenigen Monaten zwei Deutsche Zentren als Referenzzentren für die Durchführung des uCyt+ Tests anerkannt.

Zu diesen Zentren können somit Präparate zur zertifizierten Qualitätskontrolle eingeschickt werden und hier bestehen auch Möglichkeiten einer Schulung. Nähere Einzelheiten werden auf Anfrage mitgeteilt.

Literatur:

1. Babjuk M, Oosterlinck W, Sylvester R, et al: EAU Guidelines on Non-Muscle-Invasive Urothelial Carcinoma of the Bladder, the 2011 Update. Eur Urol 2011; 59: 997-1008

2. Schmitz-Dräger BJ, Droller M, Lotan Y, Lokeshwar VB, van Rhijn B, Hemstreet GP, Malmstrom P-U, Fradet Y, Hudson MA, Ogawa O, Marberger M, Karakiewicz P, Shariat SF. Molecular molecular markers for bladder cancer screening, early diagnosis and surveillance. In Soloway M, Khoury S (eds.) Bladder Cancer: 2nd International Consultation on Bladder Tumors. Paris, France: Editions 21; 2012, 171-205

3. Lotan Y, Roehrborn CG: Sensitivity and specificity of commonly available bladder tumor markers versus cytology: results of a comprehensive literature review and meta-analyses. Urology 2001: 61;109-18

4. van Rhijn BWG, van der Poel HG, van der Kwast TH: Urine Markers for Bladder Cancer Surveillance: A Systematic Review. Eur Urol 2005; 47: 736-748

5. Cha EK, Tirsar L-A, Schwentner C, Christos PJ, Mian C, Hennenlotter J, Martini T, Stenzl A, Pycha A, Shariat SF, Schmitz-Dräger BJ. Immunocytology is a strong predictor of bladder cancer presence in patients with asymptomatic hematuria: A multicenter study. Eur Urol 2012; 61: 185-92